Lange Autoreisen gut vorbereiten
Mindestens 50 Prozent aller Deutschen reisen mit dem Auto in den Urlaub. Das bedeutet oft lange Autoreisen, endlose Staus in Gluthitze, und Stress pur. Mit kluger Planung jedoch lässt sich der Höllenstress gut vermeiden. Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Planung Ihrer Autoreisen.
A. So bereiten Sie sich vor der Abfahrt vor
1.Stellen Sie vor der Autoreise Ihre Unterlagen rechtzeitig zusammen. Prüfen Sie dabei, ob ein internationaler oder maschinenlesbarer Führerschein im Urlaubsland benötigt wird.
In die Unterlagen gehören außerdem Landkarten, Autobahnvignetten, die Grüne Versicherungskarte, Kontaktadressen vom Schutzbriefanbieter, Kfz-Versicherung, Mobilitätsgarantie – sowie Fahrzeugschein und Führerschein im Original und Kopie, die getrennt verwahrt werden.
Drucken Sie den Internationalen Unfallbericht und die Verkehrsregeln Ihres Urlaubslandes aus.
Lesen Sie hierzu (Links öffnen sich in einem eigenen Fenster)
- Beachten Sie auf Autoreisen die ausländischen Verkehrsregeln!
- Beachten Sie die Verkehrsregeln im europäischen Ausland
- So verhalten Sie sich bei einem Autounfall im Ausland am besten
2.Planen Sie Ihre Autoreise schon vor der Abreise ganz akribisch. Gehen Sie nicht so nach dem Motto vor: letzter Arbeitstag, Koffer ins Auto und gleich am ersten Ferientag hunderte Kilometer bis zum Ziel durchfahren, sonst ist der Höllenstress gleich vorprogrammiert. Das muss nicht sein.
a)Suchen Sie sich daher den Abreisetag mit Bedacht aus. Stürzen Sie sich nicht wie die anderen ausgerechnet an besonders verkehrsreichen Tagen in das Getümmel auf den Autobahnen.
Ein Blick in den Ferienkalender zeigt, wann die Schulferien beginnen sowie enden und so mit den dicksten Staus zu rechnen ist. In diesem Sommer sind es noch die Wochenenden vom 15/17. und22/24. Juli, im August vom 5/7, 12/14 sowie Ende August und Anfang September. Fahren Sie also nicht am Wochenende los, sondern lieber unter der Woche am besten am Dienstag oder Mittwoch.
b) Planen Sie die Route schon im Voraus. Wichtigste Hilfsmittel dafür sind:
- Google.maps mit Straßenkarten, Satellitenbildern und Routenberechnung
- Verkehrsinfo für alle deutschen Autobahnen
Lesen Sie hierzu auch: Meiden Sie diese Autobahn-Baustellen wie der Teufel das Weihwasser.
c) Planen Sie bei längeren Strecken auch Übernachtungen ein und buchen Sie die Hotels schon im Voraus.
3. Auch wenn Sie schon hochgradig urlaubsreif sind, machen Sie trotzdem Ihren Wagen urlaubsfit, damit er nicht während der Reise zusammenbricht. Denn nichts ist ärgerlicher, als sich im wertvollen Urlaub um kostspielige Autoreparaturen kümmern zu müssen. Vereinbaren Sie evtl. dafür einen Inspektionstermin.
Kontrollieren Sie dabei Öl- und Kühlwasserstand, Scheibenwischerblätter, Beleuchtung, Luft- und Pollenfilter, Reifendruck, Profiltiefe der Reifen, Reservereifen, Klimaanlage. Füllen Sie ggfs. die Scheibenwischanlage mit Reinigungs- und Frostschutzmittel auf. Checken Sie auch, ob eine Haupt-und Abgasuntersuchung erforderlich ist.
Prüfen Sie auch, ob Sie Warnweste, Verbandskasten, Warndreieck, Abschleppseil, Decke, Wagenheber, Reservereifen, Pannenkit, Taschenlampe, Kamera, Eiskratzer, Kleinersatzteile, Handbesen und Schneeketten beim Winterurlaub in den Alpen im Auto dabei haben.
4. Beladen Sie Ihr Auto richtig, denn der Bremsweg eines beladenen Fahrzeugs verlängert sich stark.
Bringen Sie dabei möglichst das komplette Gepäck im Kofferraum unter. Wir nehmen für unser Gepäck keine Hartschalen- oder andere sperrige Koffer, sondern federleichte Knautschtaschen z.B. von Longchamps, die sich leichter in den Kofferraum einpassen lassen. Jedoch sollte alles, was während der Fahrt benötigt wird, schnell griffbereit sein.
Platzieren Sie schwere Gegenstände in Bodennähe.
Sichern Sie Gegenstände, die Sie über die Höhe der Rücksitzlehne hinaus verstauen, mit einem Gepäcktrennnetz ab, damit sie bei einer Kollision nicht wie Wurfgeschosse nach vorne fliegen.
Beladen Sie auch noch das Dach, so sorgen Sie dafür, dass das Gepäck immer fest angebunden ist und so dem Fahrtwind standhält.
5. Reisen Sie mit Kindern, so packen Sie die Kleinen in Kindersitze, die ihrem Alter entsprechen.
B. So verhalten Sie sich während der Fahrt
1. Starten Sie möglichst ganz in der Früh, denn die Straßen sind noch leer und Sie kommen noch gut durch.
2. Legen Sie Pausen ein, um nicht sich selbst, die Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Eine echte Unverschämtheit: Laut ADAC-Angaben machen jeden Sommer drei Millionen Fahrer keine Pause und sind z.T. zehn Stunden und länger ohne Rast unterwegs. Stellen Sie sich vor: 80 Prozent fahren mindestens acht Stunden sich mit dem geeigneten Beifahrer abzuwechseln.
Vom ADAC empfohlene Pausenintervalle: nach einer Stunde fünf Minuten Pause, drei Stunden nach Abfahrt zehn Minuten und fünf Stunden nach dem Start 20 Minuten Pause. Nach sieben Stunden ist eine einstündige Pause fällig, nach neun Stunden sind es zehn Minuten – und spätestens nach zehn Stunden Fahrt sollten Sie übernachten.
3. Unterschätzen Sie nicht den Einfluss des Sommerklimas auf die Autofahrer. Nach Untersuchungen verlängert sich die Reaktionszeit bei einem Anstieg von 21 auf 27 Grad um 20 Prozent und es werden doppelt so viel Signale übersehen wie bei 21 Grad.
4.Lesen Sie im Übrigen noch die Insidertipps in meinem Beitrag:“ Entspannt und locker mit dem PKW in den Urlaub
Haben Sie eine schöne Fahrt!
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